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Norddalmatien –Klippen, Konobas und Kathedralen

Ventura/Shutterstock.com

Es ist der vielleicht schönste Abschnitt der Adria. Dalmatien bietet zwischen den Kornaten und dem Archipel von Sibenik eine Vielfalt, die kaum in einem Törn zu erfassen ist. Einige Topspots lassen sich aber auch in einer Woche entdecken, wie dieser Törnbericht zeigt.

Samstag

Keine zwei Flugstunden liegt Berlin hinter uns. Wir sind im Landeanflug auf Zadar und bekommen beim Blick aus dem Steuerbord-Fenster der Eurowings-Maschine einen ersten Vorgeschmack auf unsere kommende Segelwoche. Unter uns liegt die Küstenlinie, davor sehen wir die vorgelagerten Inselketten, die wie eine Barriere zwischen Adria und Festland liegen. Dazwischen, schemenhaft, einige weiße Segel und die Spuren der Heckwellen, die die Motorboote ins tiefe Blau ziehen.

Die halbstündige Fahrt von Zadar nach Biograd haben wir für knapp 10 Euro pro Person bei Jamtransfer online bestellt. Die Strecke geht entlang der Küstenstraße, beim Blick aus dem Beifahrerfenster sehen wir die bewaldeten Hügel der Insel Pašman.

Wir werden direkt vor dem Büro der Charterfirma abgesetzt. Auf dem Steg der modernen Marina sind die Reinigungscrews noch beschäftigt. Wir stellen unser Gepäck ab und starten einen kleinen Erkundungsgang in die Stadt. In einer gemütlichen Konoba in Hafennähe nehmen wir ein kleines Mittagessen ein.

Anschließend geht es zurück in die Marina, wo wir unser Gepäck an Bord bringen. Skipper und Co-Skipper machen den Eincheck, der Rest der Crew geht die etwa 800 Meter in den Konzum-Supermarkt, um Proviant einzukaufen.

Blogartikel: Ein Gruß aus der Kombüse - Proviant für die Yachtcharter Crew

Frisches Obst und Gemüse holen wir auf dem Bauernmarkt, dieser hat samstags bis 17.00 Uhr geöffnet. Anschließend verstauen wir die Vorräte an Bord. Gerade bei den frischen Lebensmitteln gilt es, ein paar Dinge bei der Lagerung zu beachten.

Den Abend verbringen wir noch in Biograd, am nächsten Morgen soll es früh losgehen.

Sonntag

Unser Tagesziel ist die Insel Murter, etwa 12 Meilen Kurs 140°. Nach sieben Meilen taucht die Insel Vrgada an Steuerbord auf. Wir runden das Ostkap und gehen für einen Badestopp in der Kranje-Bucht vor Anker. Nach ausgiebigem Planschen gibt es Käse und frische Oliven, die die Einkaufscrew am Vortag auf dem Markt erstanden hat.

Frisch gestärkt peilen wir Murter an, die Insel der Fischer, Olivenzüchter und Schiffbauer.

Wir steuern unseren Liegeplatz in der Marina Hramina im Norden der Insel an. Diesen konnten wir mit der My-Sea-App bereits vorreservieren.

In dem lebhaften Ort Hramina gibt es Läden und Restaurants. Ein Teil der Crew möchte aber zunächst nochmal baden und schlendert zu dem kleinen Kiesstrand, der sich direkt neben der Marina befindet. Nachdem sich die Crew landfein gemacht hat, schlendern wir die paar hundert Meter am Hafen entlang in die Stadt Murter.

Traumhaftes Murter
Město Murter / Karel Hrdina / wikimedia.org / [BYSA3]

Montag

Knapp 30 Meilen liegen vor uns. Wir möchten nach Skradin, um von dort einen Ausflug zu den Krka-Wasserfällen zu unternehmen. Um 7.30 Uhr werfen wir die Leinen los, um die Öffnungszeit der Klappbrücke von Tisno nicht zu verpassen. Dadurch sparen wir das südliche Umfahren von Murter und etwa 3 Meilen hat unser Navigator errechnet.

Eine Motorstunde später stehen wir vor der geschlossenen Brücke, über die der gesamte Montagmorgenverkehr von Murter aufs Festland rollt. Um 9.00 Uhr wird der Brückenwärter für 30 Minuten öffnen. Wir machen längsseits an der Pier fest und nutzen die Zeit für ein leckeres Frühstück im Cockpit.

Nach der Brückendurchfahrt setzen wir Segel und lassen uns von 12 Knoten Wind aus Nordwesten schieben. Knapp drei Stunden später liegt die Festungsinsel Sveti Nikola an Steuerbord. Wir sind im Sveti-Ante-Kanal, wie die Mündung des Krka-Flusses genannt wird. Vor der Kulisse der Stadt Šibenik bergen wir die Segel. Die nächsten zweieinhalb Stunden motoren wir die Windungen des Krka-Fluss hinauf. Gegen 16 Uhr erreichen wir die ACI Marina Skradin.

Vom örtlichen Metzger holen wir uns Pršut, geräucherten und im Bora-Wind getrockneten Schinken. Mit Eiern, Zwiebeln, frischen Tomaten und Petersilie wird daraus in der Bordküche dalmatinisches Omelette.

Dienstag

Da die Krka ab Skradin aufwärts nicht mit dem Privatboot befahren werden darf, steigen wir nach dem Frühstück auf das Schiff des Nationalparks um. Eine halbe Stunde dauert die Fahrt zu den Wasserfällen, die sich bei einem wunderbaren Spaziergang durch den Nationalpark erkunden lassen. Badesachen haben wir mitgenommen, schließlich wollen wir es uns nicht entgehen lassen am Fuß der Fälle ins Wasser zu gehen. Wir kommen uns vor wie Old Shatterhand und Ntscho-tschi, die in Winnetou 1 hier gemeinsam geangelt haben. Szenen aus mehreren Winnetou-Filmen wurden genau hier gedreht.

Nach einem Imbiss im Ausflugslokal nehmen wir das Schiff zurück nach Skradin. Weil der Tag schon etwas fortgeschritten ist, streichen wir Primošten als Törnziel und tuckern nur die Krka hinunter bis Šibenik. Wir möchten uns gern die Altstadt anschauen. Und die berühmte Kathedrale des Heiligen Jakob, ein UNESCO- Weltkulturerbe. Daher verzichten wir auf die Annehmlichkeiten der Marina Mandalina und gehen griechisch-römisch direkt an den Stadtkai, von wo es nur wenige Schritte zu dem 600 Jahre alten Bauwerk sind.

Wunderschöne Krka Wasserfälle

Mittwoch

Nach dem Stadtausflug steht uns der Sinn nach Natur und Abgeschiedenheit. Wir nehmen Kurs auf den Nationalpark Kornaten. Unser Anlaufpunkt ist die ACI Marina Piškera zwischen den kargen Inseln Piškera und Panitula. Das Wasser ist kristallklar und lädt zum Schwimmen und Schnorcheln ein.

Piskera Marina
Piskera Marina / Vasi Manó / wikimedia.org [BYSA3]

Donnerstag

Es geht zur größten Insel Norddalmatiens, Dugi Otok, die „lange Insel“. An ihrem Südostende befindet sich die Einfahrt zur Telašćica-Bucht, einem etwa vier Seemeilen tiefen Einschnitt. Ein Tagesticket für den Nationalpark kostet für eine 15-Meter-Yacht von Juni bis September 400 Kuna (etwa 50 Euro), im Mai die Hälfte. Die Tickets sollte man ebenso wie für den Nationalpark Kornaten übrigens vorab kaufen, im Park wird es etwas teurer.

Nach zwei Meilen öffnet sich an Backbord die Friedensbucht „Mir“, wo wir an einer Muringboje festmachen. Mit den Dinghy geht es an Land, wo ein ausgedehnter Spaziergang ansteht. Zuerst zum Salzsee, anschließend durch einen Kiefernwald. Und plötzlich stehen wir oben an den weißen Klippen, die bis zu 150 Meter senkrecht aus der Adria ragen. Beeindruckend.

Telascica Bucht auf Dugi Otok
Ventura/Shutterstock.com

Freitag

Der letzte Segeltag steht an. Wir schlängeln uns zwischen den kleineren Inseln der Kornaten hindurch und nehmen Kurs auf das südliche Ende von Pašman, von wo es direkt zurück nach Biograd geht. Kurz vor der Marinaeinfahrt erledigen wir neben dem Fähranleger noch den Tankstopp. Anschließend machen wir am Heimatsteg unserer Yacht fest.

Die Crew macht sich landfein und alle freuen sich auf das Captain´s Dinner in der Konoba Vapor. Die Segelwoche ist vorbei und obwohl wir neben Klippen, Konobas und Kathedralen eine unglaubliche Vielfalt erlebt haben, haben wir den Eindruck, nur einen winzigen Teil dieses Segelreviers entdeckt zu haben. Heute Abend wollen wir beim Fischgericht besprechen, ob es im nächsten Jahr ausführlicher in die Kornaten gehen soll oder ob wir uns als nächstes Ziel Mitteldamatien vornehmen.

Bereit die Segel zu setzen?

Wir bieten über 1.400 Segelyachten und Katamarane in den Kornaten an.

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