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Ganzjahresrevier Lanzarote - Kanaren mal anders

© Institut für Tourismus in Spanien (TURESPAÑA)

Die Kanarischen Inseln haben bislang den Ruf, sich eher für Langstreckensegler mit einer Vorliebe für Starkwindtörns zu eignen. Weniger bekannt ist dagegen, dass Lanzarote und Fuerteventura zusammen eine fast 100 Seemeilen lange Leeküste haben, die sich auch für etwas gemütlichere Törns anbietet. Besonders attraktiv erscheint dabei der Umstand, dass Lanzarote und die Kanarischen Inseln ein echtes Ganzjahresrevier sind.

Eine neue Destination für Segler sind die Kanarischen Inseln nicht. Schon seit vielen Jahren existiert dort ein mehr oder weniger stabiles Angebot an Charteryachten, z.B. ab Teneriffa und Gran Canaria. Ambitionierte Segler finden dort strammen Passatwind, der zwischen den Inseln auch noch kräftig auffrischt, hohe Atlantikdünung und große Distanzen zwischen den brauchbaren Häfen. Wegen dieser Bedingungen wurden die Kanaren bislang überwiegend von sportlich orientierten Hochseeseglern besucht.

Seit einiger Zeit wächst aber die Zahl der auf Lanzarote angebotenen Yachten. Die Insel verfügt über eine größere Zahl an Marinas und Ankerplätzen. Außerdem bietet sie auf längeren Strecken eine gute Abdeckung gegen den Passatwind und die hohe Atlantikdünung. Damit eignet sich Lanzarote auch gut als Destination für Segler, die eine Alternative zu entspannt zu besegelnden Mittelmeerdestinationen suchen. Besonders attraktiv ist dabei, dass Lanzarote und die Kanarischen Inseln ein echtes Ganzjahresrevier sind.

La Gracosia, Lanzarote
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Für einen einwöchigen Törn bietet sich die neue Marina Lanzarote in Arrecife als Ausgangsort an. Gleich am ersten Tag geht es zu einem Highlight des Törns, der 23 Seemeilen entfernten Insel La Graciosa. Liegemöglichkeiten gibt es im kleinen Hafen von Caleta del Sebo oder in der hübschen Ankerbucht Playa Francesca. Da La Graciosa unter Naturschutz steht, ist eine Anmeldung dort zwingend erforderlich. Die Formalität wird von der Yachtcharter Basis übernommen. Die Insel ist nur auf dem Seewege zu erreichen.

Es gibt hier weder asphaltierte Straßen noch die übliche Ansammlung von Hotels und Autos. So zieht La Graciosa, die Anmutige, Besucher allein durch ihre Ursprünglichkeit, Ruhe und einige wunderschöne Strände in ihren Bann. Die Strände, wie z.B. den Playa de Las Conchas und der Playa Lambra, lassen sich gut mit einem gemieteten Fahrrad erreichen.

Von La Graciosa aus segelt man anschließend bis in den Süden Lanzarotes an der geschützten Leeseite der Insel. Vorbei geht es am Nationalpark Timanfaya entlang der kargen Mondlandschaft mit den rotbraunen Vulkankegeln. Auf dieser Seite von Lanzarote existieren keine Häfen oder Ankerplätze. So muss man wohl die 35 Seemeilen von der Isla de Graciosa und dem Norden Lanzarotes bis zur Marina Rubicon im Süden der Insel in einem „Rutsch“ durchsegeln. Die gute Nachricht an dieser Stelle lautet hier: Dank des konstanten Nordost-Passatwindes präsentiert sich diese Strecke in der Regel als gemütlicher Raumschotskurs. Für Abwechslung sorgen Delphine die sich in dieser Gegend nicht selten beobachten lassen.

Die Marina Rubicon ist ein beliebter Anlaufpunkt für Segler aus aller Herren Länder auf dem Absprung zum Trip über den Atlantik. Besuchen Sie einmal die Leuchtturmbar „Bar One“, die 2013 eine Auszeichnung als beste Seglerbar bekam.

Keine 2 Seemeilen entfernt von der Marina Rubicon finden Sie die Playas Papagayo. Die sechs wunderschönen, naturbelassenen Strände liegen ebenfalls in der Windabdeckung und laden zu einem Ankerstopp und einem Sprung ins Wasser ein. Wer noch ein wenig weiter fahren möchte, kann die etwa 8 Seemeilen von der Marina Rubicon entfernte kleine Isla de Lobos im Norden Fuerteventuras besuchen. In ihrem Süden gibt es einen schönen Ankerplatz in einer Lagune. Alternativ bietet sich der geschützte Hafen von Corralejo auf Fuerteventura für eine Übernachtung an.

Segeln in den Kanaren
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Kurze Schläge sind es dann auch zu den nächsten Etappenzielen. Nur 13 Seemeilen entfernt liegt die Marina von Puerto Calero. Die Festmachepoller aus Messing hier sind schon ein echter Hingucker. In der Restaurant- und Shoppingzeile an der Marina gibt es gute Restaurants. Zurück zum Ausgangshafen in Arrecife segelt man dann nur noch 10 Seemeilen.

Die kurze Beschreibung eines Törns rund Lanzarote sollte deutlich gemacht haben, dass das Gebiet entgegen dem Ruf der Kanaren als starkwindträchtiges Hochseerevier durchaus auch für einen gemütlichen „Bummeltörn“ geeignet ist. Ein weiterer Vorteil dieses schönen Reviers ist sicher auch die gute Fluganbindung. Etwa 4,5 stündige Nonstop-Flüge bietet z.B. bei Air Berlin von verschiedenen deutschen Flughäfen aus an.

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