Hier finden Sie Revierinfos, Klima- und Wetterinformationen, Charterpreise und Insidertipps für Ihren Segelurlaub in den Leewards.
Revier: Leeward Islands
Basis: St. Martin
Allgemeine Bemerkungen zum Törnvorschlag:
Dieser Törnvorschlag ist als allgemeine Richtlinie für Segler zu verstehen, die weder reine "Meilenfresser" noch überwiegend Badeurlauber sind. In den folgenden Ausführungen sind seglerische Fähigkeiten und Ambitionen, Frühaufsteher und Nachtbummler sowie besondere kurzfristige Wetterverhältnisse unberücksichtigt geblieben. Die Route zeigt nur einen Ausschnitt aus der unendlich reichen Vielfalt an Möglichkeiten, die Inselwelt der Leeward Islands zu besegeln.
Sollten Sie auf Ihrem Törn Anguilla anlaufen, bitten wir folgendes zu beachten: Harpunentauchen und Nacktbaden ist dort streng verboten. Ferner wird eine Cruising Tax von ca. US$ 40,- erhoben.
Zum kennenlernen der Yacht und zum Eingewöhnen an das karibische Klima sehen Sie sich die Insel St. Martin an. Diese Insel gehört politisch halb zu Holland und halb zu Frankreich, eine Grenze mit Übergang gibt es jedoch nicht! Anlaufpunkt für einen Besuch von Philippsburg ist die Groot Baai. Diese Bucht ist nach Süden geöffnet und manchmal etwas unruhig zum Liegen. Die so genannte "zollfreie Ware" ist nicht unbedingt günstig im Preis, Handeln um den besten Preis ist üblich.
Einen Höhepunkt der Leewards bildet die Insel St. Barth`s (St. Barthelemy), die ca. 15 sm südöstlich von St. Martin liegt. Sie ist wieder französisch, hat eine gepflegt verträumte Atmosphäre mit dem Flair des Besonderen. Der Hafen Gustavia hat noch schwedische Straßennamen und solide gebaute Häuser aus Stein, ist zollfreies Gebiet und bietet kulinarische Genüsse. Auf schmalen Betonstraßen kann man auf dem Moped oder einem leichten Motorrad um die Insel fahren und jeden Strand erkunden. Bei dieser Mischung aus Wasser, Sonne, Strand, Bar und Restaurant kann man ohne Schwierigkeiten den ganzen Tag verbummeln. Nur von der Yacht aus zu erreichen ist die "Baie de Colombe", die zum Rockefeller Anwesen gehört. Der Strand ist öffentlich und bietet das geeignete Ambiente zum Barbeque (das Steak mit dem französischen Rotwein haben Sie bereits in Gustavia gekauft).
Ca. 28 sm südwestlich liegt die holländische Insel Saba. Saba bietet nur wenig Schutz für Yachten zum Ankern, bei ruhiger See kann man im Schutz der Mole ankern, sollte aber bei Landgängen wegen der Gefahr eines aufkommenden Schwells eine Vorhersage mit günstiger Wetterlage auswählen. Eine Stadt am Kraterrand, genannt "Top" und eine auf dem Kratergrund, genannt "Bottom" sind über steile Straßen miteinander verbunden. Sie sind typisch holländisch, wirken verträumt und vom Rest der Welt vergessen. Ein Aufstieg zu Fuß zur Kraterspitze ist möglich.
Von eigenem historischem Reiz ist die holländische Insel "Statia" (Eustatius) Vor Orangestad kann man - zwar etwas unruhig aber gefahrlos - ankern. Die Stadt war früher bedeutender Handels-Umschlageplatz für Waren aus Europa nach Amerika und ein Tummelfeld für Piraten aus aller Herren Länder. Besuchen Sie die Festung und versetzen Sie sich zurück in die Geschichte.
Eine recht gemütliches Segeln haben Sie von Statia nach St. Kitts, ca. 20 sm (St. Christopher) oder nach Nevis (ca.30 sm). Diese beiden Inseln haben beide keine herausragenden Sehenswürdigkeiten, sie sind von Landwirtschaft (Zuckerrohr) geprägt, alte Plantagen-Herrenhäuser sind zu Hotels geworden.
50 sm westlich erreichen Sie die Insel Antigua, schönster Hafen zum Einklarieren ist English Harbour. English Harbour ist das Mekka für die großen Yachten mit Besatzung, bietet aber deshalb auch Komfort und Atmosphäre mit dem historischen Hintergrund von Nelsons Dockyard. Ein Abendessen im Restaurantgarten des "Admirals Inn" zu den Klängen einer Steelband sollten Sie sich ebenso wenig entgehen lassen wie den Besuch von "Shirley Heights" bei Sonnenuntergang. Antigua rühmt sich zwar, gut 365 verschiedene Buchten zu haben, mit der Yacht erreichbar sind aber nur einige. Erwähnenswert ist hier der "St. James Club", nur wenige Meilen westlich gelegen oder "Green Island" (ca. 10 sm). Die Hauptstadt St. John sollte man möglichst mit dem Autobus besuchen. Wer sich gerne ein Wrack (Vier-Mast-Rahsegler 1920, ca. 45 m lang) unter Wasser (man kann auf dem Deck gerade noch stehen, die Bugspitze ragt 30 cm aus dem Wasser) ansehen möchte, dem empfehle ich die "Deep Bay", direkt südlich von der Einfahrt nach St. John gelegen.
Was an Bord nicht fehlen sollte:
Der "Planter`s Punch":
2 Liter Orangensaft, 1 Liter Grapefruitsaft, 1 Liter Ananassaft, 0,5 Liter Grenadinesirup, Saft von ca. 10-15 frischen Limonen, ungefähr 30 Spritzer Angustora und 2 Flaschen brauner Rum oder je nach Lust ruhig etwas mehr. Über mindestens 3-4 Eiswürfel servieren und etwas frische Muskatnuss darüber reiben (die Menge kann natürlich auch halbiert werden, auf jeden Fall keine zu starke Mischung vor Sonnenuntergang trinken - Absturzgefahr!).
Wenig besucht, weil der Weg durch Seegang etwas unbequem wird (es ist ein Anlieger zu segeln), lohnt sich doch ein Besuch von Barbuda. Selten bekommen Sie so schöne Riffe und bunte Fische in so klarem Wasser, der Strand ist blendend weiß und soweit das Auge reicht. Ansonsten ist nichts los! Zum Ankern empfehle ich einen Platz vor dem Strand 1-2 sm nördlich von "Cocoa Point", der nach einer Schlangenfahrt durch die Korallenriffe erreicht werden kann. Achtung: Die Sonne muss noch hoch genug stehen, damit Sie die Riffe auch aus der Entfernung erkennen können.
Auf dem Weg nach Norden haben Sie jetzt eine Strecke von ca. 65 sm nach St. Barth`s vor sich, die sich aber durch einen schnellen Halbwinds-Kurs auszeichnet. Trotzdem sollte man recht früh aufbrechen. Von St. Barth`s ist es nur ein kurzer Hüpfer zurück in die Basis nach St. Martin.
Die vorgeschlagenen Anlaufmöglichkeiten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zusätzliche Hafentage, Auslassen bzw. Einfügen bestimmter Inseln liegen selbstverständlich in der Entscheidung des Skippers. Seglerische Erfahrung hat gezeigt, dass für den Rückweg oft nicht ausreichend Zeit eingeplant wird. Planen Sie mit genügend Lose!
Zur Vorbereitung Ihrer Yachtcharter empfehlen wir Ihnen die folgende deutschsprachige Literatur:
Gebiet: Dominica - Anguilla (Leeward Islands)
Bartholmes, Segeln in der Karibik 2, Edition Maritim
Dieser Törnvorschlag wurde nach bestem Wissen und Erfahrung zusammengestellt, es kann aber keinerlei Haftung für Irrtümer, Fehler oder Weglassungen übernommen werden.
An Bord Ihrer Yacht befinden sich alle erforderlichen Seekarten. Zur Vorbereitung Ihrer Yachtcharter können Sie eigene Seekarten, Hafenhandbücher oder Revierführer bei HanseNautic unter www.hansenautic.de E-mail: info@hansenautic.de in Hamburg bestellen.
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